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Montag, 10 Oktober 2016 19:19

Viel Lob für das Lauenburger Sozialkaufhaus

Viel Lob für das Lauenburger Sozialkaufhaus Foto: W. Reichenbächer

Lauenburg (wre). Heute feierte das Sozialkaufhaus in Lauenburg in der Krügerstraße 11-jähriges Bestehen. Es war das erste Haus dieser Art, das die AWO im Kreisgebiet eingerichtet hat. Inzwischen gibt es über das Herzogtum Lauenburg verteilt vier dieser Einrichtungen, wo Menschen mit geringem Einkommen einkaufen können. Neben Kunden und Mitarbeitern, die dieses Jubiläum feierten, gaben sich auch Gäste aus Verwaltung und Politik die Klinke in die Hand, um das Projekt zu loben.

Einig waren sich alle offiziellen Gäste, dass das Haus eine gute Einrichtung sei, aber es besser wäre, es würde nicht benötigt. „Ich freue mich über diese Einrichtung, aber hätte mir gewünscht, dass wir schneller über den Berg sind, und die Sozialkaufhäuser nicht mehr benötigt werden“, so Annemarie Argubi-Siewers. Sie war es auch, die vor 12 Jahren den Anruf von Bodo Krüger von der AWO Bildung und Arbeit bekam, um das Kaufhaus in Lauenburg aufzubauen.

„Wir kümmern uns so um die Menschen, die in Schieflage geraten sind. Und es gibt Schicksale, die kann man sich gar nicht vorstellen“, so Krüger. Der Projektleiter betonte, dass die Dinge, die dort verkauft werden zwar gebraucht sind, aber in einem gutem Zustand sind. „Der Verkauf bringt uns auch keinen Gewinn, sondern ist nur kostendeckend“, so Krüger weiter.

Bürgermeister Andreas Thiede kann nachvollziehen, was es heißt, gute Ware für die Sozialkaufhäuser zu bekommen. „Ich habe selber im sozialen Bereich gearbeitet, und auch Möbel transportiert. Und es ist nicht immer leicht Spendern zu sagen, dass die Möbel nicht mitgenommen werden können, weil sie nicht tauglich sind“, so Thiede. Über das Lauenburger Kaufhaus würde er aber im Rathaus immer nur gute Rückmeldungen erhalten. „Es ist eine tolle Arbeit, die hier geleistet wird“, freute sich Thiede.

Landrat Dr. Christoph Mager kann sich noch genau an seine erste Begegnung mit der Einrichtung erinnern. Es war in Ratzeburg. „Ich fuhr mit dem Fahrrad, und ein Transporter der AWO nahm mir die Vorfahrt, ich konnte mich gerade noch am Transporter abstützen“, erzählte Mager, der nun aber von der guten Arbeit vor Ort überzeugt ist.

Das Sozialkaufhaus hilft nicht nur Menschen mit geringem Einkommen, um sich dort Kleidung oder Einrichtungsgegenstände kaufen zu können, auch die Mitarbeiter profitieren. Die beiden Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann (CDU) und Dr. Nina Scheer (SPD) waren sich einig, dass die Einrichtung ideal für Menschen ist, um sie wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Immerhin waren hier 400 Mitarbeiter in elf Jahren beschäftigt. Das zeigt, wie wertvoll Ihre Arbeit (der AWO) ist“, lobte Brackmann. „Ich hoffe, dass diese Strukturen erhalten bleiben. Ich würde mich aber natürlich freuen, wenn wir von den Transferleistungen wegkämen, und jeder sein gesichertes Einkommen hätte“, ergänzte Scheer.

Der Vorsitzende des AWO Kreisverbandes, Peter Perthun, konnte sich daher auch nur bedingt über das Jubiläum freuen. „Einerseits sind wir stolz auf die Arbeit, aber auch traurig, dass die Armut zunimmt, und damit die Sozialkaufhäuser weiterhin wichtig bleiben“, schloss Perthun den offiziellen teil ab.

Für weiter Informationen zum Lauenburger Sozialkaufhaus mit Öffnungszeiten und Kontaktdaten bitte hier klicken.