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Donnerstag, 30 März 2017 16:47

Ein neuer Brunnen in Schnakenbek soll die Trinkwasserversorgung sichern

Christian Meyer (l.) und Dr. Peter Hempel sehen sich die Bodenproben an, die in Meterabständen beim Bohren in die Tiefe entnommen wurden. Christian Meyer (l.) und Dr. Peter Hempel sehen sich die Bodenproben an, die in Meterabständen beim Bohren in die Tiefe entnommen wurden. Foto: W. Reichenbächer

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Lauenburg (LOZ). Um die Trinkwasserversorgung für Lauenburg und das Amt Lütau langfristig zu sichern, erkundet die VersorgungsBetriebe Elbe GmbH (VBE) auf dem Acker bei Schnakenbek neben der Trafostation im Papenkamp einen neuen Brunnenstandort.

Derzeit wird das Trinkwasser aus vier Gewinnungsbrunnen in der Nähe des Wasserwerkes in der Findorffstraße gefördert. Vor dem Hintergrund, dass einer der Brunnen in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt und aus verschiedenen Gründen eine Brunnenregenerierung nicht mehr sinnvoll erscheint, habe man sich entschlossen den etwa 400 Meter weiter westlich gelegenen Standort auf seine geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund zu erkunden. Bei entsprechender Eignung soll hier bis Mitte 2018 ein neuer Brunnen in Betrieb genommen werden.

Für den neuen Brunnen und die sogenannte Rohwasserleitung zum Wasserwerk kalkuliert die VBE mit einer Investitionssumme von rund 500.000 Euro.

Die Vorarbeiten hierfür werden von der Firma Nord Bohr und Brunnenbau GmbH aus Hamburg durchgeführt. Seit Montag wird im Papenkamp gebohrt. Die Bohrung hat einen Durchmesser von 270 Millimeter und soll bis zum Ende dieser Woche fertiggestellt werden. „Die wasserführende Schicht wird in einer Tiefe von 90 Meter bis 130 Meter vermutet“, erläutert Dr. Peter Hempel vom Geologischen Büro aus Kiel, der von der VBE mit der Bauüberwachung beauftragt wurde. Insgesamt soll die Aufschlussbohrung bis auf eine Tiefe von circa 150 Meter unter Gelände niedergebracht und anschließend geophysikalisch vermessen werden.

Aus jedem gebohrten Meter werden Bodenproben ans Tageslicht geholt, auf der Baustelle begutachtet und für eine Korngrößenanalyse im Labor beprobt.

Neben der Aufschlussbohrung im Papenkamp hat die Firma Nord Bohr und Brunnenbau auch den Auftrag die stillgelegten Trinkwasserbrunnen in der Gemeinde Krukow zurückzubauen. Damit langfristig über die alten Brunnenbohrungen keine unerwünschten Stoffe wie Nitrat und jegliche Arten von Pflanzenschutzmittel in die tiefergelegenen Grundwasserschichten vordringen können, werden hier die Rohre in einer genau definierten Tiefe gesprengt und anschließend mit einer undurchlässigen Ton-Zement-Suspension verpresst. „Wir nehmen den nachhaltigen Grundwasserschutz sehr ernst und fordern die verursachergerechte Umsetzung umfassender Konzepte nachhaltiger Wassernutzung auch von der Landwirtschaft, damit der nachfolgenden Generation unserer Kinder eine teure Wasseraufbereitung erspart bleibt“ so Christian Meyer (Technischer Leiter der VBE).

Beim neuen Brunnen wird aber nicht mit einer Belastung durch die Landwirtschaft gerechnet. „Das dauert viele Jahrzehnte, ehe das Oberflächenwasser durch die Schichten beim Grundwasser angekommen ist“, erklärt Hempel. „Man kann eher von Jahrhunderten sprechen“, ergänzt Schnakenbeks Bürgermeister Christian Pehmöller. Eine Tonschicht bis in circa 100 Meter tiefe lässt das Wasser nur sehr langsam versickern. Auf dem Weg nach Unten wird es auch durch die Erdschichten gut gefiltert. „Das Funktioniert allerdings nicht mit Pflanzenschutzmitteln, die gehen so durch“, erklärt Hempel. Bei einer durchschnittlichen Nutzungszeit eines Brunnens von 40 Jahren dürfte allerdings noch kein belastetes Wasser unten angekommen sein.