Dienstag, 14 Februar 2017 16:39

Viele Projekte, wenige Planer

Viele Projekte, wenige Planer Foto: W. Reichenbächer

Die Planungen für Straßenbau laufen immer noch zu langsam

 

Lesezeit: 3 Minuten

Lanken (wre). Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hatte die Bürgermeister und politischen Vertreter des Kreises Herzogtum Lauenburg nach Lanken eingeladen, um über den aktuellen Stand beim Straßenbau zu informieren, und wie es weitergehen soll. Nicht überall gab es glückliche Gesichter. „Wir können nicht zufrieden sein“, zog Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede ein Fazit nach der Veranstaltung.

Der Direktor des Landesbetriebs, Torsten Conradt, bestätigte die geplante Umsetzung der Umgehungsstraßen um Ratzeburg, Schwarzenbek und Geesthacht. „Wir warten allerdings schon fast zwei Jahre auf den „Gesehen-Vermerk“ des Bundes, kritisierte Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß. Für Schwarzenbek und Geesthacht scheint es besser zu laufen, obwohl gerade bei der Planung für die Schwarzenbeker Umgehung ein Unsicherheitsfaktor im Wege steht. Es soll nur der sogenannte zweite Bauabschnitt kommen, und nicht die ganze Umgehung. Dort könnte es noch Probleme mit dem Bundesrechnungshof geben. Auch muss abgewartet werden, ob es von Anwohnern Klagen gibt. „Wir wollen potentielle Kläger aber vorher aufsuchen, und mit ihnen sprechen“, so Conradt. Wenn es keine Klagen gibt, könnte 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Für Geesthacht wird damit gerechnet, Ende 2017 oder Anfang 2018 mit der Planfeststellung beginnen zu können. Auch dort stecken noch die Schwierigkeiten im Detail. Denn zur Umgehungsstraße würde ein Stück der A 25 gehören. Und damit sind die Planungskompetenzen nicht gesichert, und müssen erst abgeklärt werden.

Die Lauenburger Umgehung steht zwar im Bundesverkehrswegeplan, aber derzeit gibt es da keine weiteren Tätigkeiten. „Dort gibt es momentan keine Planungen“, erklärte Conradt zum Bedauern von Andreas Thiede. „Man sollte bei den Planungen auch auf Dritte zurückgreifen, damit es schneller geht“, bemängelte Thiede.

Denn nach wie vor hat das Land zu wenige Planer, die dafür sorgen könnten, dass die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel auch verbaut werden können. Auf dem Arbeitsmarkt sei es schwer, neues Personal zu finden. Und bis 2020 werden 250 Mitarbeiter des Landesbetriebes in den Ruhestand gehen, wie Torsten Conradt erklärte. „Wir brauchen ganz massiv Nachwuchs“. Allerdings bekommen die Planer vom Land weniger Gehalt als vom Bund oder den Kommunen. „Das Land ist schon seit Jahren nicht Wettbewerbsfähig“, merkte der FDP Landtagsabgeordnete Christopher Vogt an. „Wir müssen daher auch raus aus den Strukturen des öffentlichen Dienstes, sonst können wir nicht wettbewerbsfähig sein. Wir müssen auch das Planungsrecht schlanker machen“, ergänzte Klaus Schlie.

Große Bauaktivitäten wird es in diesem Jahr im Südkreis nicht geben. „Da waren wir ja in den vergangenen Jahren sehr aktiv“, so Conradt. Im Nordkreis stehen die Sanierung der B207 zwischen Breitenfelde und Mölln-Nord im zweiten Quartal an. Bei Groß Sarau steht die Anschlussrampe der A20 für den Mai an. Die Arbeiten auf der Raststätte Gudow soll bis Ende April erledigt sein. In Planung sind derzeit auch Schnellladestationen für E-Fahrzeuge auf der Raststätte. Die L200 und L220 sollen ebenfalls in Angriff genommen werden.

Letzte Änderung am Dienstag, 14 Februar 2017 16:47

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.