Donnerstag, 08 Dezember 2016 21:08

Beratungsstelle der Diakonie im Herzogtum erhält Qualitätssiegel

Das Team der Beratungsstelle: Renate Ziegenhals, Heiko Steiner, Ulf Kassebaum, Gabriela Uth (hinten v. li.) und Maren Klingenberg sowie Michael Padel (sitzend). Das Team der Beratungsstelle: Renate Ziegenhals, Heiko Steiner, Ulf Kassebaum, Gabriela Uth (hinten v. li.) und Maren Klingenberg sowie Michael Padel (sitzend). Foto: Steffi Niemann

Schwarzenbek (LOZ). Mit ihrem Qualitätssiegel bescheinigt die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) der Integrierten Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg die Erfüllung der fachlichen Standards und lobt zudem die überdurchschnittlich guten Ergebnisse einer komplexen Qualitätssicherung.

„Die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel und die sehr gute und wertschätzende Beurteilung durch den Bundesverband bestätigen uns, dass wir mit unserem Engagement für gute Beratungsarbeit richtig liegen.“ sagt Heiko Steiner, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg - dem Träger der Integrierten Beratungsstelle an den Standorten Schwarzenbek und Lauenburg. Das Team der Beratungsstelle, das aus insgesamt sechs Personen besteht, freut sich sehr über die verliehene Auszeichnung.

Die Beratungsstelle wurde 1964 in Ratzeburg gegründet, zog 1972 nach Schwarzenbek um und eröffnete 1975 eine Zweigstelle in Laubenburg. Leiter Dr. Ulf Kassebaum berichtet über den Wandel im Laufe der Zeit: „Früher gab es noch Nebeneingänge für Menschen, die Beratung suchten. Das ist heute glücklicherweise vorbei“. Die Gesellschaft sei offener geworden und man traue sich heute mehr, sich Hilfe zu holen. „Und über die Auszeichnung jetzt sind wir sehr stolz“.

Einrichtungen, die das Qualitätssiegel bekommen, erfüllen die hohen „fachlichen Standards für die Arbeit und Ausstattung von Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern“. Das begehrte Qualitätssiegel des renommierten Fachverbandes für Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung gibt es nur, wenn die Qualität der Arbeit in einem aufwändigen Prüfverfahren nachgewiesen wird. Die Messlatte für die Verleihung liegt hoch: Zurzeit sind es weniger als 40 der bundesweit etwa 1.100 Erziehungsberatungsstellen, die das Qualitätssiegel tragen dürfen.

„Wir haben ein hoch motiviertes Team vorgefunden, das uns überdurchschnittlich gute Ergebnisse eines komplexen Qualitätssicherungsprozesses glaubhaft präsentieren konnte. Die besonders sorgfältig und umfangreich aufbereiteten Antragsunterlagen belegen hohe fachliche Standards entsprechend sämtlicher Gütekriterien des Qualitätssiegels bke“ so Christoph Schmidt, Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses des Bundesverbandes zum Abschluss des Antragsverfahrens.

Besonders überzeugt hat die vom Fachverband berufene unabhängige Prüfkommission die kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Einrichtung. Obwohl diese seit vielen Jahren wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist, fiel die Entscheidung für den Abschluss des Verfahrens erst in diesem Jahr. „Qualitätsentwicklung und -sicherung sind eine Leistung des gesamten Beratungsstellenteams, wir fanden, es sei nun an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen und die erzielten Ergebnisse unserem Fachverband vorzulegen“ so Dr. Ulf Kassebaum.

Anhand schriftlich vorzulegender Unterlagen und in Form einer Prüfung vor Ort ging es beispielsweise darum, ob die Beratungsstelle es schafft, einen gebührenfreien, unbürokratischen Zugang zum Angebot und bürgerfreundliche Öffnungszeiten zu gewährleisten, ob kurzfristige Beratung in Not- und Krisenfällen möglich ist, ob eine den Vorgaben entsprechende räumliche und personelle Ausstattung vorhanden ist und höchste Standards zum Schutz des Privatgeheimnisses, zum Beispiel in Form der Schweigepflicht oder strenger Vorgaben zum Datenschutz, eingehalten werden.

Geprüft wird auch, ob die geforderte hohe Qualifikation des Personals im Bereich Beratung und Therapie nachweisbar ist, ob Dokumentation gewissenhaft erledigt und Statistik exakt erhoben wird. „Nicht zuletzt muss eine ausgezeichnete Beratungsstelle die Wirksamkeit ihrer Arbeit belegen.“ erläutert der Beratungsstellenleiter weiter. „Da geht es unter anderem um die Zufriedenheit der Ratsuchenden, der regionalen Kooperationspartner und auch der Mitarbeitenden.“ Regelmäßige Nachbefragungen belegen diese Zufriedenheit: 99 Prozent der befragten Ratsuchenden waren zufrieden damit, wie auf sie und ihre Probleme eingegangen wurde, ebenso viele würden die Beratungsstelle weiterempfehlen. 98 Prozent der Kooperationspartner weisen gern auf das Angebot hin oder empfehlen die Stelle aufzusuchen und auch die Mitarbeitenden bestätigen, gerne in der Einrichtung zu arbeiten.

Schwerpunkte der Beratungsstelle sind Erziehungs-, Familien- und Lebensberatung sowie Beratung in Fragen zu Sexualität, Verhütung und Familienplanung, die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, die Möglichkeit für Schwangere in finanzieller Not Stiftungsmittel zu beantragen. Seit 2002 hält die Einrichtung das Angebot der Kinderschutzberatung für Kinder und Jugendliche vor, die von Gewalt oder Vernachlässigung betroffen sind.

In den letzten Jahren sind es vermehrt Eltern, die in Partnerschaftskonflikten, bei Trennung oder Scheidung die Beratungsstelle aufsuchen oder auch von Familiengerichten geschickt werden. „Der Beratungsbedarf ist um 40 Prozent in den letzten zehn Jahren gestiegen“, berichtet Ulf Kassebaum. Weil alle diese Beratungs- und zudem noch vielfältige Präventionsangebote von derselben Einrichtung geleistet werden, firmiert diese unter dem Namen „Integrierte Beratungsstelle“.

Mittlerweile sind es pro Jahr etwa 1.000 Fälle, die von den Beraterinnen und Beratern in allen genannten Aufgabenbereichen bearbeitet werden. „Dabei ist die Nachfrage nach Beratung in all den Jahren kontinuierlich gestiegen und die Kapazitätsgrenze längst erreicht“, so Dr. Ulf Kassebaum.

Die Integrierte Beratungsstelle ist zu finden am Ernst-Barlach-Platz 9 in Schwarzenbek sowie im Hohler Weg 2 in Lauenburg. Unter der Telefonnummer 04151 / 51 65 können alle, die hier Hilfe und Beratung suchen, die Sicherheit haben, dass ihnen nach den besten Standards geholfen wird.

Hintergrund:

Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) ist der Fachverband der Erziehungs- und Familienberatung in der Bundesrepublik Deutschland. In ihr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erziehungsberatungsstellen organisiert. Diese haben sich auf freiwilliger Basis in Landesarbeitsgemeinschaften für Erziehungsberatung zusammengeschlossen, die seit 1962 gemeinsam die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bilden.

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Dezember 2016 21:16

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