Dienstag, 15 Mai 2012 18:24

Starke Leistungen beim Jugendrotkreuz

Rund 170 JRK-Mitglieder bewiesen ihre Fähigenkeiten beim Kreiswettbewerb

hfr JRK Brandopfer kw 20-12

Schnell hatte das Team "Mölln 2" die Situation erfasst und versorgte das "Brandopfer" mit kühlen Kompressen. Foto: hfr

 

Schwarzenbek (LOZ/wre). Wer am vergangenen Wochenende durch die Schwarzenbeker Innenstadt fuhr konnte sie sehen – rund 170 angehende Lebensretter des Jugendrotkreuz (JRK) übten im Rahmen des Kreiswettbewerb des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg für den Ernstfall. Insgesamt elf schwierigen Aufgaben aus den Bereichen Erste-Hilfe, Gesundheitserziehung, politische Bildung und Teamwork mussten sich die Teilnehmer stellen, bevor am Ende die jeweiligen Kreissieger feststanden. Der Kreiswettbewerb wird alljährlich vom Kreisausschuss der JRK Herzogtum Lauenburg organisiert, in diesem Jahr waren zudem zwei Gastgruppen aus dem Kreisverband Stormarn dabei.

Nach der Ankunft am Freitag Abend bezogen die rund 170 JRK Mitglieder zunächst ihre Unterkunft in den Räumen der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek. Nach dem Abendessen mussten die ersten der 20 Gruppen jeweils einen Sketsch vortragen. Hierbei handelte es sich auch schon um die erste Aufgabe. Das Thema des Sketsches ist vorgegeben: „Die Schlacht von Solferino im Jahr 1859“ - Die Grausamkeit der Schlacht im Sardinischen Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Sardinien und die Hilflosigkeit der verwundeten Soldaten veranlassten Henry Dunant (1828-1910) zur Gründung des Roten Kreuzes und führten zur Vereinbarung der Genfer Konvention von 1864. Gruppen, die sich bei der Darbietung ihrer Aufführung besonders kreativ zeigten, konnten hier ihre ersten Punkte ergattern.

Am Sonnabendmorgen, um Punkt 9.30 Uhr ging es weiter. Die Gruppen mussten sich nun einem Parcours bestehend aus zwölf Stationen stellen. An jeder dieser Station gab es wiederum Punkte. Das Team, das am Ende die höchste Gesamtpunktzahl erreichte, sollte Kreissieger werden. An den Wegpunkten wurde jeweils theoretisches oder praktisches Wissen abgefragt, zwischendurch gab es zur Auflockerung aber auch Aufgaben spielerischer Natur. So mussten die Kids beispielsweise an einer Station innerhalb eines Zeitlimits so viele Salzbrezel wie möglich abessen. Doch selbst dieses scheinbar banale Spiel hatte einen pädagogischen Hintergrund. Es ging um Teamwork. Denn da die Gebäckstücke an einer Schnur rund 1,80 Meter über dem Boden hingen, mussten sich schon mindestens zwei Gruppenmitglieder zusammentun, um Erfolg zu haben.

Doch die Kernaufgabe des Deutschen Roten Kreuzes ist bekanntlich das Retten von Menschenleben. Daher beinhaltete ein wichtiger Teil des Parcours realitätsnahe Situationen mit Unfallopfern. Es ging um das Erkennen und Einschätzen der Situation. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder die Angst verlieren, an die Opfer heranzugehen“, erklärte DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Turowski, der sich am Sonnabend ebenfalls einen Eindruck vor Ort verschaffte.

Am Posten Nummer neun lagen zwei verwundete Mädchen mit täuschend echten Wunden, dicht daneben ein Grill und eine Flasche Brennspiritus. Die Mitglieder der Gruppe „Mölln 2“ brauchten nur Sekunden, um zu erkennen, dass hier schwere Brandwunden zu behandeln waren. Schnell folgte das Ansprechen der Opfer. Aus dem Erste-Hilfe-Set entnahmen die Erst-Helfer Kompressen, die mittels Wasser zum Kühlen der Wunden Verwendung fanden. Während sich je zwei Mitglieder des Teams um die „Opfermimen“ kümmerten, auf sie beruhigend einredeten und ihnen eine Decke zum Wärmeerhalt umlegten, beeilte sich der fünfte im Bunde, einen Notruf abzusetzen. Die Schiedsrichter an jedem Posten beobachteten genau jeden Schritt der Gruppe. Am Ende folgte stets eine kurze Manöverkritik - was war gut und was gilt es besser zu machen. Team „Mölln 2“ schlug sich tadellos. Mit dem Lob der Schiedsrichter ging es schnell zur nächsten Station.

„Ich bin stolz, dass wir so ein starkes Jugendrotkreuz haben“, freute sich Turowski am Ende des Tages über die positiven Ergebnisse, „Beim JRK geht es nicht nur um Freizeitgestaltung, sondern um Vermittlung von Wissen, sinnvoll und gewinnbringend für die gesamte Gesellschaft. Diese Kinder und Jugendlichen sind auf dem Gebiet der Ersten-Hilfe besser ausgebildet als die meisten Autofahrer“.

Am Samstagabend gab es noch weitere Sketche, bevor alle müde vom Tag ins Bett gingen. Bevor es am nächsten Morgen nach dem Frühstück nach Hause ging, folgte die Siegerehrung. Freuen durften sich:

in der Stufe I (6 bis 12 Jahre) die „Little Devils“ aus Büchen,

in der Stufe II (13 bis 16 Jahre) die „Gummibärenbande“ aus Schwarzenbek

Stufe III (16 bis 27 Jahre) die „Büchen Allstars“ aus Büchen

Die Siegerteam werden in einigen Monaten in ihren jeweiligen Altersklassen den Kreisverband beim Landeswettbewerb vertreten.

„Die Jugend ist die Zukunft von morgen und wir vom Jugendrotkreuz sind die Zukunft vom Gesamtverband. Das hier ist der Grundstein dafür“, unterstrich Kreisjugendleiterin Katharina Muth die Bedeutung solcher Wochenenden und die Förderung ihrer Arbeit.

Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Mai 2012 09:45

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