Donnerstag, 28 Juni 2012 17:35

Rülauer Forst – „Wildnisprojekt“ - Bürger werden jetzt befragt

Umfragestudie soll der Bevölkerung die „Angst“ nehmen

Urwald1

Janne Ruge erläutert Flächenmanager Eckhard Wenzlaff ihre Umfrageaktion. Foto: T. Bartel

Schwarzenbek (tba). Studentin Janna Ruge (30) startet jetzt eine große Umfrageaktion und wird darüber ihre Masterarbeit an der Uni Eberswalde schreiben. In ihrer Arbeit möchte sie die Urwaldentwicklung in Deutschland thematisieren.

Rückblick: Im Jahr 2008 erwarb die Stiftung Naturschutz den Rülauer Forst (300 Hektar) für drei Millionen Euro. Erste Befürchtungen der Nutzer und Anwohner aus Schwarzenbek, dass der Wald für Sparziergänge gesperrt werden würde, wies die Stiftung zurück. Allerdings wurde der Radius der Wanderwege von 27 auf 17 Kilometer verkürzt.

„Die Natur soll hier selber entscheiden, was mit ihr passiert“, sagte bei einem Ortstermin der Flächenmanager der Stiftung Eckhard Wenzlaff, „und diese schafft sich nun selbst Platz.“

An den Wanderwegen stehen die Brennnesseln am Wegesrand mittlerweile in einer Höhe von circa einem Meter, im Wald liegt überall „Totholz“ herum und Wasserbiotope haben sich auch gebildet, da das Regenwasser nicht mehr abfließen kann.

„Hier entwickelt sich eine Flora und Fauna, die vielen Tierarten eine neue und beständige Heimat garantiert“, so Wenzlaff. „Warum eigentlich diese Angst vor der Wildnis?“, fragt dann auch Janna Ruge, „vielleicht liegen die Akzeptanzprobleme daran, dass diese Wildnis direkt am Standrand von Schwarzenbek liegt.“

Genaueres will sie nun mit einer Umfrageaktion heraus finden. An der Zugängen zum Wald wird sie Infokästen aufstellen, in denen Fragebogen liegen. Parallel dazu wird sie persönlich im Wald unterwegs sein und Besucher befragen. Ähnliche Aktionen plant sie in der Innenstadt von Schwarzenbek.

„Hier passiert eine unwahrscheinliche Umwandlung von einem Nutzwald in einen Urwald“, schwärmt Janna Ruge, „und das ist ein einmaliges Projekt. Es wäre toll, wenn die Anwohner und Nutzer des Gebietes hier sogar mit eigenen Ideen in das Projekt eingreifen würden.“

Letzte Änderung am Freitag, 06 Juli 2012 11:09

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