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Die Geschichte der Fassmacher bleibt (vorerst) ein dunkles Geheimnis

Statt die Geschichte über Fassmacher erfuhren die Lauenburger Senioren vom preußischen Soldaten, der blank zog

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Lauenburg (LOZ). „Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewger Bund zu flechten. Und das Unglück schreitet schnell“. Diese Sätze des deutschen Nationaldichters Friedrich von Schiller in seiner „Glocke“ beschreiben exakt die Ereignisse beim Januar-Treffen der Lauenburger Senioren im Veranstaltungszentrum Mosaik. Das Unglück nahte in Gestalt einer defekten Glühbirne im Projektor von Horst Eggert. Der Vorsitzende des Lauenburger Heimat- und Geschichtsvereins wollte den knapp 150 Interessenten einen Vortrag über ein früher in der Elbestadt stark vertretenes Handwerk der Fassmacher und Küfer bieten. „Vom Heringsfass zur Waschbalge“ hatte er seine vielversprechende Darbietung mit Lichtbildern genannt.

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Wolfgang Rüger vom Geschichtsverein hatte umfangreiches Material auf die Bühne geschafft und grundlegende Fassformen und Handwerkszeug vorgestellt und dann Platz für den „Meister“ gemacht, als dessen Vortrag stockte und sich gleich eine Handvoll Männer um den Bildwerfer versammelten. Die hantierten und hielten Rat, doch das Gerät verweigerte seinen Dienst. Dabei hatte nur wenige Tage zuvor dieser Lichtbilder-Vortrag bei einer Versammlung des Geschichtsvereins bei einem Probelauf die Mitglieder noch bestens unterhalten.

Ein sichtlich angesäuerter Horst Eggert gab schließlich auf und versprach bei passender Gelegenheit seine Erkenntnisse über die Küfer in Lauenburg erneut zu präsentieren. Dafür wusste er seine Zuhörer mit einer Geschichte aus der Lauenburger Franzosenzeit von 1803 bis 1813 nun zu erheitern. Da war ein junger Lauenburger in der Gegend der heutigen Elbstraße um die heutige Jugendherberge Zeuge eines „unerhörten“ Vorfalls. Ein französischer Wachposten vor der Kommandantur fühlte sich von einem preußischen Soldaten auf dem gegenüberliegenden Ufer bei Hohnstorf provoziert und jagte dem eine Kugel über die Elbe entgegen. Der fiel auf die Sandbank, stand nach einer kurzen Weile wieder auf den Beinen und präsentierte dem staunenden Franzosen als Entgegnung sein blankes Hinterteil.

Die Geschichte hatte noch ein unerwartetes Ende. Der Lauenburger Junge lernte Küfer und seine Wanderjahre führten ihn in die Gegend nach Magdeburg. Wie der Zufall es wollte, traf er dort den jetzt älteren Soldaten wieder, der seine Geschichte auch hier noch einmal zum Besten gab und seine ehemaligen Quartiersleute in Hohnstorf grüßen ließ.

Damit hatte das Erscheinen von Horst Eggert nun doch ein einigermaßen versöhnliches Ende gefunden, der überließ Manni Menrich aus Bleckede dann die Bühne. Der unterhielt die Gesellschaft dann mit einer Fülle von Liedern und Döntjes, vorgetragen sowohl in hochdeutscher als auch in plattdeutscher Mundart.