Leinen los für den „Ankerplatz“ auf dem Lauenburger Friedhof
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- Veröffentlicht: Mittwoch, 01. September 2021 16:05
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Lauenburg (LOZ). Auf dem Friedhof in Lauenburg können sich ab sofort Menschen und ihre Haustiere in einer gemeinsamen Grabstätte bestatten lassen.
„Der Grundgedanke und der Wunsch, einen gemeinsamen Ort der letzten Ruhe für Menschen und Tier zu schaffen, der uns bereits vor drei Jahren herangetragen wurde, hat für mich einen zutiefst seelsorgerlichen Aspekt“, erklärt der Vorsitzender des Kirchengemeinderates, Pastor Philip Graffam. Die Verantwortlichen erörterten das an sie herangetragene Thema nachhaltig und beschieden den Antrag schnell positiv, so dass alle erforderlichen Verwaltungsaufgaben, z.B. die Erweiterung der Friedhofssatzung, vorbereitet und bearbeitet werden konnten.
Ein räumlich abgegrenztes Areal innerhalb des Friedhofes wurde gründlich geplant, von Uwe Pusback und seinem Greenteam mit einer Buchenhecke eingefriedet, und als neue Bestattungsfläche, etwa 300 Quadratmeter groß, angelegt.
„Ich freue mich, dass wir die in unserem Team gewachsene Idee umsetzen konnten. Oft gehören Haustiere zur erweiterten Familie und sind treue Gefährten und Begleiter. Wenn dann ein Haustier stirbt, kann es tröstlich sein, zu wissen wo es beigesetzt wurde“, unterstreicht Uwe Pusback noch einmal die Entscheidung.

Foto: hfr
Neben der gelungenen gärtnerischen Anlage wurde noch ein besonderer Blickfang geschaffen: Eine Graffiti Manufaktur wurde beauftragt, eine angrenzende Garagenwand zu gestalten.
„Die Idee, die triste Wand künstlerisch zu besprühen, ist in unserem kreativen Greenteam entstanden. Eingehende Spenden wurden über drei Jahre angespart, so konnten wir die Kosten für dieses außergewöhnliche Projekt finanzieren“, freut sich die Friedhofsleitung Elle Koriath, „Überhaupt sind wir dankbar für jede Unterstützung. Ob in Form von hunderten Narzissenzwiebeln des Vereins Pro-Lauenburg, oder ein ausgedienter Anker des Elbschifffahrtmuseums, oder ein aus der Werkstatt von Tischlermeister Matthias Kroll gefertigtes, hölzernes Hinweisschild zum Ankerplatz.“
Dass der Lauenburger Friedhof immer schon neue Wege beschreitet, kommt nicht unerwartet. Der Friedhofspark stellt sich immer wieder innovativ den Anforderungen der Gesellschaft.
„Wir stehen deutlich in der Spannung zwischen Tradition und Veränderung, müssen aber keine Scheu haben, Neues auszuprobieren. Positioniert und getragen vom christlichen Verständnis können wir alle Menschen begleiten, die Trauer für ihre Vierbeiner empfinden. Hier geben wir ihnen den Raum, den sie auch örtlich brauchen“, erläutert Koriath.
Die Anlage bietet neben dem herkömmlichen Angebot von Gartenwahlgräbern, deren Grabpflege durch die Angehörigen erfolgen muss, auch Grünflächengräber, die von der Friedhofsgärtnerei angelegt und in Ordnung gehalten werden. Die Nutzungsdauer und -gebühren für Gräber in dem neuen Areal „Ankerplatz“ bleiben unberührt und sind in den entsprechenden Satzungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lauenburg nachzulesen (www.friedhof-lauenburg.de). Die gültigen Nutzungsbestimmungen erhalten Interessierte im Friedhofsbüro in der Lütauer Chaussee 2, können aber auch im Downloadportal der Webseite eingesehen werden.
Die offizielle Eröffnung wird am Freitag, 10. September um 18 Uhr mit einer Andacht gefeiert. Dazu sind alle Lauenburger und gerne auch ihre angeleinten Vierbeiner herzlich im neugestalteten Grabfeld-Areal „Ankerplatz“ eingeladen.