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Ratzeburg (LOZ). An vielen Orten Deutschlands haben Menschen im vergangenen Jahr ihren Sorgen angesichts der Coronapandemie, ihrer Gemeinsamkeit in Zeiten eingeschränkter Begegnungsmöglichkeiten und vor allem ihrer Zuversicht und Hoffnung dadurch Ausdruck verliehen, indem sie Steine bunt bemalt und an einem viel besuchten Platz in der Stadt aneinander gereiht haben.

So entstand auf Initiative von Manuela Baumgarten-Lauer im vergangenen Jahr auch in Ratzeburg am Platz der Kinderrechte eine beeindruckende Steinschlange von rund 125 Meter Länge, mit etwa 1.200 Steinen voll positiver Botschaften für eine bessere Zukunft. Begeistert von diese Initiative fanden sich zunehmend engagierte Unterstützer, die sich bis heute um den Fortbestand und Erhalt dieses Bürgerkunstwerkes gekümmert haben und es so dauerhaft sicherten.

Nun plant die Stadt gemeinsam mit dem Bürgerverein Ratzeburg und Umland, diesen bunten Steine voller Symbolgehalt nachhaltig zu konservieren, in Form eines demokratischen Denkmals für Gemeinsamkeit und Hoffnung in schwierigen Zeiten. Gemeinsam mit dem Landesprogramm „SchuleTrifftKultur“ wird aktuell ein Kunstwettbewerb ausgeschrieben, um eine „Skulptur der Zuversicht“ zu gestalten. Dieser Wettbewerb richtet sich vorrangig an Kinder und Jugendliche, die in Pandemiezeiten besonders von Einschränkungen betroffen waren und auch die meisten der Steine angefertigt haben.

Alle Arten von Ideen sind willkommen. Dazu gehören Vorschläge, wo die Skulptur ihren Platz finden soll, welchen Platzbedarf sie haben wird und natürlich, wie sie aussehen und gestaltet werden soll. Zur Realisierung haben der Bürgerverein Ratzeburg, die Stadt Ratzeburg sowie die Partnerschaft für Demokratie Ratzeburg/Amt Lauenburgische Seen finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. „Eine motivierende Aufgabenstellung für ein Kunstprojekt vor Ort für Grundschulklassen, Klassen weiterführender Schulen, Kunstkurse, aber auch Gruppen freier Jugendarbeit oder Konfirmandengruppen mit einer ganz konkreten Aufgabe, wie in der Welt der Architektur und Auftragskunst“, findet Jörg-Rüdiger Geschke, Kreisfachberater für Kulturelle Bildung im Landesprogramm „SchuleTrifftKultur“. Er organsiert den Kunstwettbewerb, der aus seiner Sicht ein echtes Stadtcommunity-Kunstwerk hervorbringen wird. Auch Manuela Baumgarten-Lauer freut sich, dass die Ratzeburger Steinschlange auf diese Weise noch einmal gewürdigt und dauerhaft Form und Platz erhält: „Viele Ratzeburger Bürger und Touristen fanden es schade, die Ratzeburger Steinschlange einfach aufzulösen, sind es doch inzwischen so beeindruckend viele Steine geworden."

Parallel zur Anfrage an die Schulen und Jugendgruppen werden auch Künstler aus der Region angefragt, ob sie diesen Wettbewerb mit Rat und eventuell Tat begleiten wollen. Es ist vorgesehen, die Skulptur noch in diesem Jahr zu realisieren. Der endgültige Ort, wo sie aufgestellt werden soll, wird dann in Absprache mit den Kinder- und Jugendkünstlern und der Stadt festgelegt.

Einsendeschluss für Ideen ist der 31. Oktober. Eingereicht werden muss eine Skizze, eine Beschreibung, der Hinweis auf künstlerische Hilfe, falls sie erfolgt ist, sowie eine Einschätzung des ungefähren Kostenrahmens für die Realisierung. Anschließend wird es ein öffentliches Online-Voting geben und eine Jury aus Vertreterinnen des Bürgervereins, der Stadt und der Künstlerschaft wird dann auf der Grundlage der Ergebnisse den Siegerentwurf festlegen. Ist der Beschluss der Jury gefasst, sollen nach Möglichkeit die beteiligten Kinder und Jugendlichen auch direkt an der Herstellung und Aufstellung der Skulptur beteiligten werden.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die sich bei ihren Grünarbeiten dankenswerterweise ebenfalls immer um den Erhalt der Steinschlange gekümmert hatten, haben jetzt erst einmal alle Steine sichergestellt. Sie werden eingelagert, bis aus ihnen die „Skulptur der Zuversicht“ entsteht.

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