Datenleck im Telekom-Shop: private Dokumente und Fotos von Nutzern weitergegeben
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- Veröffentlicht: Montag, 18. Februar 2019 13:07
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(LOZ). Hunderte Urlaubsbilder, private Nachrichten und Anrufprotokolle von fremden Menschen hat eine Verbraucherin aus Kiel auf einem USB-Stick von der Telekom entdeckt. Das Speichermedium hatte sie in einem Telekom-Shop in Schwentinental erhalten. Dort hatte sie eine Datenkopie vom Gerätespeicher ihres Smartphones anfertigen lassen.
Die Datenpanne des Telekom-Shops bedeutet einen massiven Verstoß gegen Datenschutzgesetze. Der USB-Stick enthält Kopien der Smartphone-Gerätespeicher von sieben Kunden. Offenbar hatten sie ebenfalls Sicherungskopien ihrer Smartphones in dem Shop abspeichern lassen. Neben Fotos und Videos sind auch Passwörter für Online-Konten sowie Namen und Telefonnummern aus Anrufprotokollen unter den weitergegebenen Daten. Betroffen sind damit insgesamt mehrere hundert Menschen.
Sicherheitsrisiko für die Betroffenen
„Für die Betroffenen ist diese Panne extrem unangenehm und bedeutet in einigen Fällen ein Sicherheitsrisiko mit kaum abschätzbaren Folgen“, sagt Dr. Boris Wita, Jurist bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Personenbezogene Daten wie Namen, Telefonnummern oder Bilder dürfen Unternehmen nur zweckgebunden speichern. „Das heißt, nach dem Übertragen vom Smartphone auf den USB-Stick für den Kunden hätten die Dateien direkt gelöscht werden müssen“, erläutert Wita.
Die Verbraucherzentrale und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) prüfen, ob im vorliegenden Fall eine Abmahnung und ein Bußgeld infrage kommen. Dass die Sicherungskopien mehrerer Verbraucher weitergegeben wurden, wirft die Frage nach dem tatsächlichen Ausmaß der Datenpanne auf. „Möglicherweise ist das bisher Bekannte nur die Spitze des Eisbergs und es sind noch mehr Menschen betroffen“, so der Jurist.
Verbraucherzentrale sammelt weitere Fälle
Die Verbraucherzentrale sammelt weitere Fälle von Datenschutzverstößen in diesem Zusammenhang und ruft Verbraucher auf, ihre Speichermedien aus Telefonanbieter-Shops daraufhin zu prüfen. Wer Fragen oder Hinweise dazu hat, kann sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale wenden.